Bedarfsgerechte KI für die Eingliederungshilfe: Gemeinschaftsprojekt startet
Von ChatGTP, Gemini und Claude haben wir alle schon gehört, und vielleicht nutzen viele von uns schon die ein oder andere KI im Alltag. Vor Kurzem hat die fwg dann auch Richtlinien zur dienstlichen Nutzung herausgegeben, die im Intranet nachzuschlagen sind.
Doch wie sieht es eigentlich allgemein in der Eingliederungshilfe aus? Gibt es da schon Ansätze für Alternativen zu den großen, größtenteils nicht-europäischen Tools?
Ja, die gibt es. Und wir sind dabei.
Die aktuelle Pressemeldung vom Zentrum für gemeinwohlorientierte KI (GKI), dem Inititator des Projektes, findet ihr unten.
Einrichtungen entwickeln sichere, digital souveräne und praxistaugliche KI-Lösungen gemeinsam – von der Bedarfserhebung bis zur Einführung im Arbeitsalltag.
20. August 2026
Heute ist das Projekt „Bedarfsgerechte KI für die Eingliederungshilfe“ offiziell gestartet. In der ersten Vollversammlung haben die teilnehmenden Einrichtungen folgendes Ziel formuliert: Gemeinsam KI-Lösungen zu entwickeln, die die fachliche Arbeit tatsächlich unterstützen – weil sie mit der Praxis und aus ihren konkreten Bedarfen heraus entstehen.
Das Projekt folgt einem genossenschaftlichen Arbeitsverständnis. Die beteiligten Einrichtungen bringen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Anforderungen ein. Sie wirken an der Auswahl der Anwendungsfälle, an der Entwicklung und Erprobung der Prototypen sowie an der Vorbereitung der Implementierung mit. Das Projektteam organisiert den Rahmen; die Praxis prägt die Inhalte. Zugleich unterstützen die Beteiligten gemeinsam die Gewinnung weiterer Einrichtungen.
Was das Projekt besonders macht
- Hoch partizipativ und gemeinschaftlich: Die Lösungen werden nicht für, sondern mit den Einrichtungen und Diensten der Eingliederungshilfe entwickelt. Bedarfe, Praxiserfahrungen und Rückmeldungen fließen direkt in die Entwicklung ein.
- Konsequent an der Eingliederungshilfe orientiert: Im ersten Entwicklungsloop liegt der Fokus auf KI-Tools für pädagogische Dokumentationen, Berichte und Protokolle. Die Anwendungen werden auf fachliche und organisatorische Arbeitsabläufe zugeschnitten.
- Datenschutzkonform und digital souverän: Die Projektplanung sieht DSGVO-konforme Lösungen, die Berücksichtigung der Anforderungen des EU AI Acts und den Betrieb auf sicheren deutschen Servern vor. Schutz und Kontrolle der Daten gehören damit zur technischen Grundlage.
- Ethik von Anfang an mitgedacht: Fairness und die Vermeidung diskriminierender Effekte, nachvollziehbare KI-Ergebnisse sowie der Erhalt menschlicher Verantwortung und professioneller Urteilskraft werden systematisch berücksichtigt.
- Implementierung wird intensiv begleitet: Die Einrichtungen erhalten nicht nur praxiserprobte Werkzeuge. Ein Playbook, die Analyse organisatorischer und pädagogischer Voraussetzungen sowie begleitende Unterstützungsangebote helfen dabei, die Lösungen tragfähig in bestehende Abläufe einzupassen.
- Wissenschaftlich begleitet und praktisch erprobt: Prototypen werden iterativ entwickelt, in Einrichtungen getestet und anhand realer Rückmeldungen verbessert. Die wissenschaftliche Begleitung unterstützt Qualitätssicherung, Evaluation und nachhaltige Implementierung.
Die ersten Arbeitsgruppen werden im August und September 2026 aufgebaut. Die quantitative Befragung und die Bildung der Steuerungsgruppe beginnen, sobald mindestens 30 Einrichtungen teilnehmen. Bis dahin starten die inhaltliche Vorbereitung, die Sammlung der Themen und Mitwirkungsinteressen sowie erste gemeinsame Aufgaben.