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Nepper, Schlepper, Bauernfänger – Polizei zu Gast bei der fwg

Früher hat „Vorsicht Falle – Nepper, Schlepper, Bauernfänger” uns immer gewarnt: Wir saßen als Kinder mit leichtem Nervenkitzel vor dem Fernseher und fühlten uns nach jeder Folge gegen Tricks und Betrügereien gut gewappnet. 37 Jahre lang informierte Eduard Zimmermann und später seine Tochter Sabine Zimmermann über die aktuellsten Ideen der schwarzen Schafe.

Die Maschen werden immer raffinierter und statt von Familie Zimmermann kann man sich heute von der Polizei persönlich beraten und aufklären lassen. Jedenfalls, wenn man zu einem der insgesamt vier Vorträge „BETRUGSMASCHEN –
(auf der Straße, am Telefon und im Internet) Prävention & Aufklärung“ geht.

Bereits zum zweiten Mal hat die fwg, Fachleute direkt in einen unserer Standorte eingeladen: Kriminalhauptkommissarin Alexandra Roth und ihr Kollege Frederic Pietsch vom Polizeipräsidium Frankfurt am Main haben am 10. Juni in der Kurt-Schumacher-Straße konkret und anschaulich erklärt, wie Täter*innen vorgehen und was man dagegen tun kann. 16 Teilnehmer*innen waren dabei, und die Runde war lebendig und offen. Schon der Einstieg mit einem kurzen Rollenspiel sorgte für Aufmerksamkeit, kurze Clips über Trickdiebstahl lieferten die ersten Aha-Momente.

Die Themen reichten vom klassischen Trickdiebstahl, etwa dem Ablenkungsmanöver auf der Straße oder dem Trick an der Wohnungstür, über Schockanrufe am Telefon bis hin zu digitalen Maschen wie Phishing, Sextorsion und Love Scamming. Besonders gut aufgenommen wurden die praktischen Tipps mit konkretem Frankfurt-Bezug: wo in der Innenstadt man besonders aufmerksam sein sollte, welche Alltagssituationen Taschendiebe gezielt ausnutzen. Wertsachen nah am Körper tragen und aufteilen, keinen Personalausweis im Original mitführen und im Ernstfall nicht um die Handtasche kämpfen, denn materieller Verlust ist heilbar, gesundheitlicher vielleicht nicht.

Ein Satz von Frederic Pietsch blieb hängen: „Frankfurt ist eine sichere Stadt.” Und Alexandra Roth fasste den wichtigsten Schutzreflex so zusammen: „Das Bauchgefühl mit Fakten versorgen”, also Detektiv*in in eigener Sache sein, wenn eine Mail, ein Brief oder eine Nachricht seltsam wirkt.

Die Veranstaltung hat gezeigt, wie wertvoll es ist, solche Themen im Gespräch zu vermitteln, mit realistischen Beispielen, Raum für Fragen und der Ermutigung: Wer auf einen Betrug hereingefallen ist, muss sich nicht schämen. Anzeige erstatten ist richtig und wichtig.

Die Rückmeldung der Teilnehmer*innen zeigte, dass das Thema viel umfangreicher und relevanter ist, als man anfangs vermuten mag. Besonders durch die sympathische und professionelle Aufarbeitung der beiden Polizeibeamt*innen kam schnell eine Stimmung auf, in der sich fast jeder einzubringen traute.

Noch nicht dabei gewesen? Es folgen zwei weitere Termine:

  • Werkstatt Musikantenweg 56 – 24. Juni, 9:30 bis 11:00 Uhr
  • THZ Löwenhof – 16. September, 14:00 bis 15:30 Uhr

Aufklärungsfilm der Polizei “Die Tricks der Taschendiebe”