Das KI-Projekt “KI PiT Simple” und die Beteiligung der fwg
KI PiT Simple –sprich Kipitsimple, höre Keep it simple – Nomen est Omen?
Wie in der fwg gibt es auch in anderen (sozialen) Organisationen einzelne Menschen, Teams, Gruppen, die sich über den sinnvollen und sinnstiftenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) Gedanken machen. Während in der fwg das Votum steht, dass wir uns das Arbeitsleben bei wiederkehrenden, evtl. fehleranfälligen oder freiräume-schaffenden Tätigkeiten durch den Einsatz von KI unterstützen lassen wollen, läuft bei anderen Organisationen der Check, was in der Assistenzzusammenarbeit, also in der Arbeit mit und für Klient*innen, durch KI übernommen werden kann. Und so ist dann „das PiT-Schreiben“ bei Komm Ambulante Dienste recht schnell in den KI-Fokus geraten. Erste Tests durch frei verfügbare Large Language Models, die auf der Technologie von generativen vortrainierten Transformern basieren (z.B. ChatGPT) versprachen erhebliche Zeitersparnis bei der Erstellung von PiTs.
So entstand das Projekt „KI-gestützte Teilhabeplanung – Projekt KI PiT Simple“ mit folgenden Zielen:
Inzwischen arbeiten 20 Vereine im Projekt unter der Projektleitung von Komm Ambulante Dienste zusammen an folgenden Themen:
Finanzierung und Eigentümerstruktur, Datenschutz, technische Umsetzung, Testung und Training der einzelnen “Generativen pre-trained Transformer” (GPTs) für die spezifischen PiT-Aufgaben, z.B. GPT1 – Erfassung von Wünschen und Zielen, GPT3 – Formulierung geplanter Teilhabeleistungen.
Insgesamt läuft das Projekt träger als von den Projektleitungen erwartet, was aber wenig überrascht, wenn 20 Vereine mit unterschiedlichen Entscheidungsstrukturen zu beteiligen sind.
Die fwg ist interessierte Projektbeteiligte mit dem Fokus “Chancen erkennen und nutzen”. Ob wir am Ende alle Funktionen von Ki PiT Simple nutzen wollen oder nur einzelne GPTs, ist noch offen und sicher auch von der Anwendbarkeit abhängig. Wir sind auf jeden Fall mit einigen Tester*innen beteiligt.
Was sind Large Language Models?
Large Language Models (LLMs) sind KI-Modelle, die mit großen Mengen an Textdaten trainiert werden, um menschliche Sprache zu verstehen und zu erzeugen. Diese Modelle nutzen neuronale Netzwerke, um komplexe Muster in der Sprache zu erkennen und kontextbezogene Antworten zu generieren. ChatGPT, entwickelt von OpenAI, ist eines der bekanntesten LLMs und ermöglicht es Benutzern, in natürlicher Sprache zu kommunizieren.
(erstellt mit: CoPilot, Quelle: www.digitaleprofis.de 31.3.2026)
Was sind GPTs?
Der Begriff GPT steht für “Generative Pre-trained Transformer” und bezeichnet eine Familie von Sprachmodellen, die in der Lage sind, Text basierend auf den ihnen vorgelegten Daten zu generieren. Ursprünglich von OpenAI entwickelt, hat sich GPT als eines der leistungsfähigsten und vielseitigsten Modelle in der Welt der künstlichen Intelligenz (KI) etabliert und findet Anwendung in zahlreichen KI-Tools (…)
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Generativer_vortrainierter_Transformer 07.04.2026)
Erste Erkenntnisse aus Sicht einer Anwenderin (Lea Winkelmann)
Wie läuft das Projekt, wie ist der aktuelle Stand, wie sind die Nutzererfahrungen?
Das Projekt befindet sich derzeit noch in einer Erprobungsphase, welche im Sommer 2025 gestartet hat. Wir hatten die Möglichkeit, das PiT-KI-Tool über mehrere Wochen hinweg zu testen. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Anwenderfreundlichkeit, der praktischen Nutzung im Arbeitsalltag sowie dem konkreten Mehrwert für unsere Arbeit.
Im Rahmen der Testphase konnten zwei ausgewählte Bereiche mit Unterstützung des Tools bearbeitet werden. Die PiT-KI soll perspektivisch Zeitressourcen einsparen und ein effektiveres Arbeiten ermöglichen. Diese mögliche gewonnene Zeit kann wiederum stärker in die direkte, personenzentrierte Arbeit investiert werden – ein klarer Vorteil für die Praxis.
Wie ist die Arbeit mit KI PiT Simple?
Die Arbeit mit PiT-KI ist vielversprechend, auch wenn der Einstieg derzeit noch etwas Zeit erfordert. Eine direkte Einbindung bestehender PiT-Dokumente wäre wünschenswert, ist aus Datenschutzgründen jedoch aktuell nicht möglich. Besonders hilfreich ist das Feld „Wünsche & Ziele“, das bei ausreichenden Angaben gut strukturiert und bei der Formulierung unterstützt. Teilweise sind die Zielvorgaben noch recht abstrakt, sodass eine klient*innengerechte, vereinfachte Sprache in der Praxis wichtig bleibt. Auch bei den ICF-Faktoren besteht noch Entwicklungspotenzial. Insgesamt gilt: Je mehr Informationen eingegeben werden, desto passgenauer sind die Ergebnisse. PiT-KI Simple bietet damit schon jetzt eine sinnvolle Unterstützung und kann helfen, Arbeitsprozesse zu erleichtern und mehr Zeit für die direkte Arbeit mit Klient*innen zu schaffen.
Wie siehst du die Zukunft von KI Pit Simple? Was wünscht du dir, was denkst du, das passieren könnte?
Für die Zukunft von PiT-KI sehe ich durchaus Potenzial, auch wenn aktuell noch nicht alles rund läuft. Nach einer Vorauswahl wird die Bearbeitung zwar einfacher, jedoch treten noch häufiger inhaltliche Wiederholungen auf. Grundsätzlich scheint das Tool mit der Nutzung „mitzulernen“ und liefert zunehmend passendere Ergebnisse – gleichzeitig bleibt die Frage, ob der zusätzliche Eingabeaufwand immer im Verhältnis zum Nutzen steht. Dadurch das der neue PiT 2026 sich verändert hat und bisschen überschaubarer geworden ist, wäre es interessant wie das KI Tool mitlernt.
Langfristig kann KI die Eingliederungshilfe unterstützen und Arbeitsprozesse erleichtern – vorausgesetzt, sie wird praxisnah weiterentwickelt und sinnvoll eingesetzt. Entscheidend sind klare Rahmenbedingungen, damit der Mehrwert im Arbeitsalltag wirklich ankommt. Und bis dahin gilt: Die KI denkt mit – aber ganz ohne uns läuft’s (noch) nicht.